Sternenkinder

Es kommt heutzutage in unseren Lebensverhältnissen zum Glück nur sehr selten vor, dass Geburt und Tod zusammenfallen.

Wenn Geburt und Tod zusammenfallen überschneiden sich auch die Tätigkeiten von Hebamme und Bestatter*in. Ich stehe sowohl als Hebamme  vor und nach der Geburt wie auch als Bestatterin für die Versorgung des verstorbenen Babys zur Verfügung.

Wenn sich herausstellt, dass ein Baby nicht oder nicht lange wird leben können, begleite ich in dieser schweren Zeit. Vielleicht entscheiden Sie sich, die Schwangerschaft vorzeitig zu beenden und möchten dieses Kind dennoch in Liebe in Empfang nehmen und es gut verabschieden. Oder Sie möchten Ihr Kind weitertragen, und somit den weiteren Verlauf der Natur überlassen. In diesem Fall kooperiere ich gerne mit dem Palliativteam der Klinik für Neonatologie der Charité oder dem ambulanten Palliativteam der Björn-Schulz-Stiftung. Vielleicht wünschen Sie sich auch Begleitung bei diesem Entscheidungsprozess, um herauszufinden, wie der Weg aussieht, der für Sie stimmig ist.

Wenn ein Baby sich ohne Voranzeichen plötzlich vor der Geburt verabschiedet, und Sie Ihr Kind tot zur Welt bringen müssen, werden Sie sich im ersten Schock vielleicht eine Vollnarkose und einen Kaiserschnitt wünschen. Doch später werden Sie wahrscheinlich dankbar sein für all die Erinnerungen an die Zeit, die Sie mit Ihrem Kind verbringen konnten und an all das, was Sie für Ihr Kind noch selbst tun konnten.

Wenn Sie Schritt für Schritt versuchen, diese Realität zunächst zu begreifen, kann ich Sie begleiten. Und wenn Sie dann versuchen herauszufinden, wie Sie Ihr Kind auch unter diesen Bedingungen auf seinem Weg begleiten können, kann ich Ihnen zur Seite stehen und versuchen, das zu ermöglichen, was Sie sich wünschen.

Das Hebammen-Bestatter-Team bei Charon Bestattungen

Durch die Geburt wird eine Frau zur Mutter und hat Anspruch auf Hebammenunterstützung nach der Geburt. Zeitgleich muss ein totes Kind versorgt und bestattet werden.

Die betroffenen Familien sind meist im Schock und überfordert von der Situation, dass sie ihr Kind, auf das sie sich gefreut haben und für das sie Platz in ihrem Leben geschaffen haben, jetzt verabschieden müssen.

Die meisten Familien benötigen jetzt Menschen, die sie begleiten, bei ihnen stehen, sie unterstützen. Hebammen und Bestatter*innen bieten einen wesentlichen Teil der Unterstützung  in dieser Zeit. Wir nennen diese Zeit gerne die „wertvolle Zeit zwischen Tod und Bestattung“, da noch Kontakt mit dem Körper möglich ist. Dies kann hilfreich sein, um die Realität Schritt für Schritt „begreifen“ zu können. Darum ermutigen wir, die letzten Liebesdienste für das Baby selbst zu tun und begleiten dabei, wie zB das Kind versorgen, evtl einölen, einkleiden, in den Sarg betten . . . gerne auch den Sarg innen und/oder außen gestalten.

Der Mutter stehen Hebammenleistungenzu, auch wenn das Kind nicht oder nicht mehr lebt. Die Krankenkassen übernehmen Wochenbettbetreuung in den ersten zwölf Wochen nach einer Geburt oder Fehlgeburt. Dabei geht es vor allem um die Unterstützung der Rückbildungsprozesse (u.a. durch Massagen und Wochenbettgymnastik), bei Bedarf auch um Abstillen und Versorgung von Geburtsverletzungen. Ich biete als Hebamme Bauch- und Fußmassagen an, die die Rückbildungsprozesse fördern und Körper und Seele gut tun, verbunden mit begleitenden Gesprächen in diesen ersten Wochen des Abschieds und der Trauer.

Die Bestatterleistungen müssen selbst bezahlt werden. Falls die bestattungspflichtigen Eltern nicht über ausreichend eigene Mittel verfügen, übernimmt das Sozialamt des Bezirkes im Rahmen der Sozialhilfe nach SGB XII in einem festgesetzten Rahmen die Kosten für das Bestattungsunternehmen, den Friedhof und ggf. für eine Kremation.

Weitere Informationen auf den Sternenkinder-Seiten von Geburt-in-Berlin

Kindergrabfelder in und um Berlin
vom Garten der Sternenkinder über Kindergrabfelder auf Friedhöfen bis Baumbestattungen

Liste Unterstützungsmöglichkeiten von Rückbildungsgymnastik über Trauerbegleitung und Selbsthilfegruppen bis zu Kuraufenthalten