Sternenkinder

Sternenkinder werden Babys genannt, die während der Schwangerschaft oder im ersten Lebensjahr sterben – ganz unabhängig von Schwangerschaftsdauer, Geburtsgewicht oder Todesursache.


Je größer die Liebe zu einem Menschen
– um so tiefer die Trauer, wenn er fehlt.


Wenn Geburt und Tod zusammenfallen überschneiden sich auch die Tätigkeiten von Hebamme und Bestatter*in. Ich stehe sowohl als Hebamme  vor und nach der Geburt bzw. Fehlgeburt wie auch als Bestatterin für die Versorgung des verstorbenen Babys zur Verfügung.

Wenn sich herausstellt, dass ein Baby nicht oder nicht lange wird leben können, begleite ich in dieser schweren Zeit. Vielleicht entscheiden Sie sich, die Schwangerschaft vorzeitig zu beenden und möchten dieses Kind dennoch in Liebe in Empfang nehmen und es gut verabschieden. Oder Sie möchten Ihr Kind weitertragen, und den weiteren Verlauf der Natur überlassen. Wenn das Kind möglicherweise lebend geboren wird, aber nicht lange wird leben können, kooperiere ich gerne mit dem Palliativteam der Klinik für Neonatologie der Charité oder dem ambulanten Palliativteam der Björn-Schulz-Stiftung. Vielleicht wünschen Sie sich auch Begleitung bei diesem Entscheidungsprozess, um herauszufinden, wie der Weg aussieht, der für Sie stimmig ist.

Wenn Ihr Baby sich ohne Voranzeichen plötzlich verabschiedet, und Sie Ihr Baby tot zur Welt bringen müssen, werden Sie sich im ersten Schock vielleicht eine Vollnarkose und einen Kaiserschnitt wünschen, um alles möglichst schnell hinter sich zu bringen. Doch die meisten merken bald, dass es um ihr Kind geht und dass sie die Bindung zu ihrem Kind nicht vermeiden können. Denn die Liebe zu diesem Kind ist ja schon längst da, bereits nach wenigen Wochen der Schwangerschaft. Auch wenn es zunächst unerträglich schwer erscheint, später werden Sie wahrscheinlich dankbar sein
– für die Zeit, die Sie sich lassen konnten, um die Situation begreifen zu können,
– für die Zeit, die Sie zusammen mit Ihrem Kind verbringen konnten, und
– für die Erinnerungen an alles, was Sie für Ihr Kind noch selbst tun konnten.

Wenn Sie Schritt für Schritt versuchen, diese veränderte Realität zunächst zu begreifen, kann ich Sie als Hebamme dabei begleiten. Und wenn Sie dann versuchen herauszufinden, wie Sie als Eltern Ihr Kind auch unter diesen Bedingungen auf seinem Weg begleiten können, kann ich Ihnen zur Seite stehen. In der wertvollen Zeit zwischen Tod und Bestattung kann ich als Bestatterin versuchen, das zu ermöglichen, was Sie sich dann wünschen, um es gut zu verabschieden – auch wenn Sie sich das zuvor nicht hätten vorstellen können – gerne zusammen mit anderen Familienangehörigen wie Großeltern, Geschwisterkindern oder anderen Zugehörigen.

Trauen Sie sich Fragen zu stellen wie: Dürfen wir unser Sternenkind…
• im Geburtshaus oder zu Hause zur Welt bringen?
• so lange bei uns haben, wie wir möchten?
• auf den Arm nehmen und Fotos machen?
• mit nach Hause nehmen, wenn es in der Klinik geboren bzw gestorben ist?
• selbst in den Sarg betten und diesen vorher selber gestalten? vielleicht sogar den Sarg selber bauen (wir haben auch einen Bausatz)?
• bei der Kremation begleiten?
• mit einer Abschiedsfeier (zB auf dem Friedhof oder im Wald) so verabschieden, wie es für uns stimmig ist?

Ich beantworte Ihnen gerne diese und andere Fragen, die Sie haben.
Die Antworten fallen unterschiedlich aus je nach Situation, zB. an welchem Ort ein Baby geboren wurde, mit welchem Gewicht, ob es mit Lebenszeichen oder tot geboren ist…und zur Zeit sind die Möglichkeiten durch Corona leider eingeschränkt.


Trauer wird nur leichter, indem man trauert.


Letztendlich wünsche ich allen Sternenkinder-Familien, dass sie mehr und mehr all die Spuren entdecken, die dieses Kind in ihr Leben gebracht hat und wünsche allen, dass sie letztlich gestärkt weiter durchs Leben gehen können – auch wenn dies seine Zeit dauert.

Das Hebammen-Bestatter-Team bei Charon Bestattungen

Durch die Geburt wird eine Frau zur Mutter und hat Anspruch auf Hebammenunterstützung nach der Geburt. Zeitgleich muss ein totes Kind versorgt und bestattet werden.

Die betroffenen Familien sind meist im Schock und überfordert von der Situation, dass sie ihr Kind, auf das sie sich gefreut haben und für das sie Platz in ihrem Leben geschaffen haben, jetzt verabschieden müssen.

Die meisten Familien benötigen jetzt Menschen, die sie begleiten, bei ihnen stehen, sie unterstützen. Hebammen und Bestatter*innen bieten einen wesentlichen Teil der Unterstützung  in dieser Zeit. Wir nennen diese Zeit gerne die „wertvolle Zeit zwischen Tod und Bestattung“, da noch Kontakt mit dem Körper möglich ist. Dies kann hilfreich sein, um die Realität Schritt für Schritt „be-greifen“ zu können. Darum ermutigen wir, die letzten Liebesdienste für das Baby selbst zu tun und begleiten dabei, wie zB das Kind versorgen, evtl einölen, einkleiden, in den Sarg betten . . . gerne auch den Sarg innen und/oder außen gestalten.

Der Mutter stehen Hebammenleistungen zu, auch wenn das Kind nicht oder nicht mehr lebt. Die Krankenkassen übernehmen Hebammenbetreuung bis zu zwölf Wochen nach einer Geburt oder Fehlgeburt. Dabei geht es zunächst um die Unterstützung der Rückbildungsprozesse, bei Bedarf auch um Abstillen und Versorgung von Geburtsverletzungen. Ich selbst nütze gerne Bauch- und Fußmassagen, die die Rückbildungsprozesse fördern und Körper und Seele gut tun, verbunden mit begleitenden Gesprächen in diesen ersten Wochen des Abschieds und der Trauer.

Die Bestatterleistungen müssen selbst bezahlt werden. Falls die bestattungspflichtigen Eltern nicht über ausreichend eigene Mittel verfügen, übernimmt das Sozialamt des Bezirkes in einem festgesetzten Rahmen die Kosten für das Bestattungsunternehmen, den Friedhof und ggf. für eine Kremation.


Nie erfahren wir unser Leben stärker
als in großer Liebe
und in großer Trauer
R.M. Rilke


Weitere Informationen auf den Sternenkinder-Seiten von Geburt-in-Berlin

Hier eine Liste von Kindergrabfeldern in und um Berlin vom Garten der Sternenkinder in Schöneberg über Kindergrabfelder auf Friedhöfen bis zu Baumbestattungen

Hier eine Sammlung von Unterstützungsmöglichkeiten für Sternenkinder-Familien von Rückbildungsgymnastik über Trauerbegleitung, Psychotherapie und Selbsthilfegruppen bis zu Kuraufenthalten

Und hier noch ein paar inspirierende Texte: